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Maria, Mutter Jesu

Grund zur Spaltung oder Quelle der Einheit?

"Was sind alle Mägde, Knechte, Herren, Frauen, Fürsten, Könige, Monarchen auf Erden gegenüber der Jungfrau Maria, welche aus königlichem Stamme geboren und dazu Gottes Mutter ist, die höchste Frau auf Erden? Sie ist das edelste Kleinod nach Christo in der ganzen Christenheit, die niemals genug zu preisen ist, die höchste Kaiserin und Königin, hochgelobt über allem Adel, Weisheit und Heiligkeit. Billig wäre es gewesen, dass man ihr einen goldenen Wagen bestellt und sie mit viertausend Pferden geleitet und vor den Wagen her drommetet und geschrien hätte: Hier fährt die Frau aller Frauen, die Fürstin unter allem menschlichen Geschlecht.
 

Aber solches ist alles geschwiegen, das arme Mägdlein geht zu Fuss so einen weiten Weg und ist dennoch allbereits Gottes Mutter. Da wäre es nicht Wunder, wenn alle Berge gehüpft und getanzt hätten vor Freude."

Viele evangelische Christen sind höchst erstaunt, wenn sie erfahren, dass dieses alte "Marienlob" aus der Feder des Reformators Martin Luther stammt. Bis heute gilt die Marienverehrung gemeinhin als eine der Trennlinien zwischen der katholischen und reformierten Kirche. Nur wenige wissen, dass für die Reformatoren Maria gar kein Streitpunkt war; denn gerade an der Mutter Jesu lässt sich die Rechtfertigung "allein aus Gnade" wunderschön aufzeigen. Dennoch wurde im Laufe der Zeit Maria immer mehr zum Zankapfel zwischen katholischen und reformatorischen Christen. Das muss aber nicht so bleiben. Der Heilige Geist hilft der Christenheit von Heute, sich für jene Einheit zu öffnen, welche ihren Ursprung in Gott hat. Gott ist Einer und Spaltung gibt es nicht in IHM. Wenn der Heilige Geist das einigende Prinzip in der Ökumene ist, schenkt er uns eine neue Art der Einheit. Diese Einheit gilt es nicht herzustellen, sondern demütig zu empfangen. Diese Sichtweise ermöglicht auch heute neue Zugänge zu Maria.

Ruedi Reich, der Kirchenratspräsident der evangelisch-reformierten Landeskirche Zürich schrieb im Mai 2008 "Dies ist gewiss: Rechte Ehrerbietung und Liebe zu Maria trennt die Konfessionen nicht. Sie verbindet sie. Gut wenn dies beide Kirchen neu beherzigen. Der Vorwurf der Protestanten, die katholische Tradition mache Maria zur «Göttin», sollte der dankbaren Erkenntnis weichen, dass wirklich «Göttliches» auf uns zukommt in dieser Frau, die Jesus in einzigartiger Weise nahe war, so wie nur eine Mutter dem Kind, dem sie das Leben geschenkt hat, nahe ist."

Maria kann nicht der Grund zur Trennung unter den Christen sein. Die Trennung stammt aus engherzigen Gedanken, Mangel an Demut und fehlender Inspiration durch den Heiligen Geist. Sicher gab es in der Kirchengeschichte auch Übertreibungen und Missbräuche im Marienkult, die eine evangelische Kritik provozierten. Nicht umsonst haben die Konzilsväter des 2. Vatikanum zur Zurückhaltung gemahnt: "Die Theologen und die Prediger des Gotteswortes ermahnt die Synode aber eindringlich, sich ebenso jeder falschen Übertreibung, wie zu grosser Geistesenge bei der Betrachtung der einzigartigen Würde der Gottesmutter sorgfältig zu enthalten." LG 67

Maria im Heilsplane Gottes

Maria kommt im Heilsplane Gottes eine ausserordentliche Stellung zu; denn ohne Maria keine Menschwerdung, und ohne Menschwerdung keine Erlösung. Jede(r) andere Heilige könnte in der Kirchengeschichte fehlen, ohne dass die Christologie davon berührt würde, nur Maria kann nicht fehlen. "Bei Maria ist alles auf Christus bezogen und von ihm abhängig!" Paul VI in marialis cultus, 25

In der altkirchlichen Tradition wird der Glaube an Jesus Christus als wahrer Gott und wahrer Mensch – auch von evangelischen Christen – durch das Bekenntnis zu Maria als "Gottesmutter" und "Jungfrau" zum Ausdruck gebracht. Je mehr wir uns auf das Thema des Heilplanes Gottes mit und durch Maria – im Lichte der Heiligen Schrift – konzentrieren, desto näher werde wir uns kommen, ohne opportunistischen Verkürzungen in der Lehre auf den Leim zu gehen.

Einer biblisch fundierten Theologie fällt es nicht schwer die untrennbare Verbindung Mariens mit dem Erlösungswerk Ihres Sohnes aufzuzeigen. Die Groupe des Dombes (der Name rührt vom Ort der jährlichen Treffen her), einer seit 1937 bestehender ökumenischen Arbeitsgemeinschaft von je zwanzig evangelischen und römisch-katholischen Theologen, setzte Meilensteine in Bezug auf die Überwindung der geistlichen und theologischen Entfremdung zwischen den Kirchen. Von dieser Arbeitsgemeinschaft gibt es ein ausserordentliches Dokument "Maria in Gottes Heilsplan und in der Gemeinschaft der Heiligen" Verlag Lembeck/ Bonifatius 1999.

Dieses Buch zeigt deutlich auf, wie die Rolle Mariens im Heilsplane Gottes ganz auf dem Zeugnis der Hl. Schrift beruht. Nicht wenige Christinnen und Christen meinen, weil Maria in der Bibel nur wenig erwähnt werde, lasse sich daraus auch nur wenig ableiten. Was dabei aber oft übersehen wird, ist, dass die Heilige Schrift vom ersten (Gen 3,15) bis zum letzten Buch (Offb 12,1 ff) über Maria und ihre zentrale heilsgeschichtliche Sendung berichtet. Der tiefere Sinn solcher Bibelstellen erschliesst sich uns erst, wenn wir die Texte im Lichte anderer Bibelstellen interpretieren und sie in Beziehung zur ganzen Offenbarung setzen.

Jesus hat uns seine Mutter zur Mutter gegeben

Es ist ein Ungeist, welcher es fertig gebracht hat, die Christen in Bezug auf die Bedeutung und Verehrung der Mutter Gottes auseinander zu bringen. Jesus hat uns seine Mutter zur Mutter gegeben und zwar nicht erst am Kreuz. Am Kreuz wird es erst offenbar: "Siehe deine Mutter". Lk 15,31
 

Die Worte Jesu im Gleichnis des barmherzigen Vaters - "Mein Kind, du bist immer bei mir, und alles, was mein ist, ist auch dein" - gelten ganz besonders auch für die Mutter Jesu. Jesus hat uns Teil gegeben an seiner Beziehung zum ewigen Vater (wie es auch im Vaterunser zum Ausdruck kommt) und er gibt uns auch Anteil an s e i n e r Beziehung zu seiner Mutter; wer sich dieser Wahrheit öffnet dem erschliessen sich Welten.

Die Mutter aller Glaubenden möchte alle ihre Kinder versammelt haben. Im Himmel werden wir alle sehen, dass Maria kein einziges Mal Gott die Ehre weggenommen hat. Das genaue Gegenteil ist der Fall, denn Maria lebt(e) wie kein anderer Mensch allein zur Ehre Gottes; darum durfte sie inspiriert vom Heiligen Geist prophetisch sprechen: "Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter." Lk 1,48

"Daher müssen alle Geschlechter sie seligpreisen,… Und es ist notwendig, dass die Welt sie anerkenne und dass in der Dichtung das Lob von Gottes grossem Wirken an ihr gesungen werde und dass zu ihrer Ehre Dome entstehen, denn wenn Unsere Frau nicht als Mutter Gottes und die Königin aller Heiligen und Engel, als die Hoffnung der Welt anerkannt wird, muss unser Gottesglaube unvollständig bleiben. Wie können wir ihn um all das bitten, worauf wir nach seinem Willen hoffen sollen, wenn wir nicht in der Beschauung der Heiligkeit der Unbefleckten Jungfrau erfahren haben, welch grosse Dinge seine Macht in den Seelen der Menschen zu vollbringen vermag? …

Sie ist es, die in diesen letzten Tagen ausersehen ist, die Macht Gottes offenbar zu machen, die er ihr um ihrer Armut willen verlieh, und die letzten Menschen zu retten, die in den Trümmern dieser verheerten Welt leben. Und sollten auch das letzte Zeitalter der Welt, wofür alle Wahrscheinlichkeit spricht, durch die Schlechtigkeit der Menschen zum furchtbarsten von allen werden, so wird es dennoch durch die Gnade der heiligen Jungfrau für die Auserwählten das siegreichste und freudvollste sein."
Thomas Merton, Verheissungen der Stille

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